Waldgeist

Bei vielen indianischen Völkern wurde der Wolf stets als Waldgeist bezeichnet. Nach meiner letzten Begegnung mit diesem faszinierenden Tier kann ich gut nachvollziehen wieso. Ich verbrachte 4 Tage auf einem Trüppenübungsplatz, auf dem seit einigen Jahren ein Wolfsrudel beheimatet ist. In der Vergangenheit hatte ich schon öfter Wolfsbegegnungen gehabt und die Tiere dokumentiarisch fotografieren können. Auch diese Begegnung war für mich wieder einmal eine der schönsten Fotoerlebnisse. Jede Wolfsbegegnung ist einzigartig und anders und läuft nie gleich ab, doch eine Sache haben alle gemeinsam: Die Wölfe tauchen lautlos auf der Bildfläche auf und wenn man nicht aufpasst, bemerkt man sie überhaupt nicht. Macht man dann eine unüberlegte Bewegung sind sie auch sogleich wieder verschwunden, wie ein Waldgeist eben. Dieser Wolf hier, ein Rüde aus dem letzten Jahr, stand auf einmal auf dem Waldweg und verharrte regegunglos, da er eine Bewegung wahrgenommen hatte. Er ließ die Szenerie erst einmal auf sich wirken. Es war an einem warmen Herbstmorgen gewesen, die Luft roch nach feuchtem Herbstlaub und Pilzen, um mich herum warnten ein paar Drosseln. So saß ich versteckt und vertarnt hinter einem Wacholderbusch, mein Objektiv auf den Wolf gerichtet. Ich machte vorsichtig drei Aufnahmen von ihm und wartete dann ab was passieren würde. Der Wolf stand für ein paar Sekunden reglos vor mir, wie versteinert, bis er sich mit eingeklemmter Rute dann langsam trollte. Was mich am meisten an der Situation faszinierte war, wie überlegt und besonnen der Wolf reagierte, nicht panisch aber auch nicht neugierig- ein sehr sehr vorsichtiges Wildtier eben....

Erste Fuchssichtungen am Fuchsbau

Der Rotfuchs Vulpes vulpes beschäftigt die Menschen schon seit eh und je. Die einen finden sein hübsches Aussehen sehr anziehend, andere sehen in ihm einen faszinierenden und intelligenten Beutegreifer und wieder andere, wie zum Beispiel Landwirte und Viehzüchter ärgern sich über Verluste ihrer Tiere an den geschickten Jäger. Auch ich wollte diesem Vertreter der Hundeartigen hier in Deutschland einmal "wildlife" begegnen und machte mich auf die Suche nach ihm. Wie bin ich dabei vorgegangen? Zunächst machte ich mich im Frühjahr auf die Suche nach Fuchsbauen. Diese werden gerne mit Dachsbauen verwechselt, daher ist es umso wichtiger den Unterschied zu kennen. Ein Fuchs legt seine Baue gerne im lockeren Boden an, da es hier für ihn einfacher zu graben ist. Man findet solche Erdanhäufungen dann meist an Hängen, wie zum Beispiel an Autobahnen oder auch Gräben. Es kommen aber auch Freilandbaue vor, die sich mitten auf einem Feld befinden können. Der aufgelockerte, frische Sand ist dann meist schon von Weitem zu erkennen.
Bei näherer Betrachtung findet man dann im Sand Pfotenabdrücke und man kann anhand dessen feststellen welche Tierart den Bau bewohnt. Hundeartige, kleine Abdrücke lassen auf den Fuchs schließen. Derartige Baue habe ich auch in meiner Suchphase ausfindig gemacht und an diese setzte ich mich dann gezielt an, um Fuchswelpen zu fotografieren.



Im Unterschied zum Fuchs erkennt man einen Dachsbau an einer Rinne, welche er vor dem Bau anlegt. Die Branten (Pfoten) des Dachses Meles meles erinnern vom Aussehen an kleine Bärenpfoten mit zusätzlichen Abdrücken der langen Krallen.

Wenn man sich an einen Fuchsbau ansetzt ist stets auf die Windrichtung zu achten, damit die Fuchswelpen oder auch die Fähe, welche sich ebenfalls im Bau befinden kann, keine Witterung von einem aufnehmen. Dann setzt man sich am besten nicht in Windrichtung zum Bau. Es bietet sich an in Tarnkleidung ein Stück weit vom Bau entfernt zu sitzen und zu warten bis die Welpen herauskommen. Einen befahrenen Bau erkennt man ebenfalls daran, dass Beutereste, wie zum Beispiel Federn, Knochen und Müll um den Bau herum verstreut liegen. Es kommt auch manchmal vor, dass man sogar eine Fuchslosung auf solchen Fraßspuren findet, da Meister Reineke so auch sein Revier markiert.


Nähert man sich dem Baueingang steigt einem der starke Fuchsgeruch ebenfalls in die Nase, da Füchse einen sehr penetranten Eigengeruch besitzen. Es empfiehlt sich in den späten Morgen- und frühen Abendstunden am Fuchsbau anzusitzen, da dies meist die bevorzugte Zeit ist, in der die Welpen gerne vor dem Bau spielen und das Sonnenlicht nicht mehr so eine hohe Intensität hat. Viele meiner Abend- und Morgenansitze waren jedoch vergeblich gewesen. Ich hatte jedoch eines späten Vormittages Glück und konnte für einen kurzen Moment ein paar Aufnahmen von drei Fuchswelpen machen. Mir war aufgefallen, dass die Fuchswelpen sehr scheu waren und ein übervorsichtiges Verhalten zeigten. Dies verwunderte mich sehr, beschrieb die Fuchsliteratur doch das genaue Gegenteil. Demnach würden Fuchswelpen sehr neugierig und verspielt sein.


Es sollte leider bei diesem Bau zu keiner weiteren Beobachtung mehr kommen. Die Tage nach der ersten Beobachtung waren enttäuschend- der Bau schien wie ausgestorben zu sein. Einen letzten Versuch wollte ich aber noch einmal wagen. Zu meinem Glück viel mir eine tote Ostschermaus Arvicola terrestris auf dem Weg zum Fuchsbau auf, welche ich gleich zu diesem mitnahm, in der Hoffnung die Welpen damit vielleicht aus dem Bau locken zu können.

Mein Plan sollte aber leider nicht aufgehen. Noch am nächsten Tag lag die Schermaus unbeachtet neben dem Bau. Es ist gut möglich, dass die Füchsin ihre Jungen fortgeschafft hat, da sie meinen Geruch im Gras vernommen hatte und Fähen dafür bekannt sind, dass sie mit ihren Jungen nach jedweder Störung am Bau in einen Notbau umziehen.

Ich freue mich schon auf das Frühjahr 2013. Anfang Mai bis Ende Juni ist die Wahrscheinlichkeit Welpen am Bau antreffen zu können am höchsten, da sich der Fuchsfamilienverband erst im Juli aufzulösen beginnt und die Jungfüchse beginnen eigene Wege zu gehen. Man darf gespannt sein, welche Fotoergebnisse auf mich zukommen werden.
Fazit: Es hat geklappt, die neuesten Welpenaufnahmen sind unter der Rubrik Hundeartige zu finden.
Stand: 25.05.13